ARTISET Magazin | 4-5 2022

42  ARTISET 04/05 I 2022 Aktuell Ihr Leben. Unser Arbeits- modell. Pflegefachfrau/-mann HF/FH Temporär. Fest. Springer. Pool: Wir finden für Sie jenes Arbeitsmodell, das zu Ihrem Lebensplan passt. Neben beruflichen Herausforderungen bieten wir Ihnen attraktive Sozialleistungen, Vergünstigungen und gezielte Weiterbildungen. Wann sind Sie zur Stelle? www.careanesth.com T + 41 44 879 79 79 Anzeige haben, sind sie in einer ähnlichen oder besseren Situation. Sehr viele der befrag­ ten Careleaverinnen und Careleaver ha­ ben zum Beispiel einen Schul- respektive Berufsschulabschluss. Das ist eine riesige Leistung, gerade auch der Heime. In welchen Lebensbereichen liegen die grössten Herausforderungen für dieCareleaverinnen undCareleaver? Erwähnen muss man hier sicher die psy­ chischen Belastungen, die dann auch ei­ nen Einfluss auf die Arbeitsintegration haben. Ganz generell stellt diese eine der grossen Herausforderung dar. Die Integ­ ration in die Arbeitswelt ist nicht einfach mit dem Abschluss einer Berufsausbil­ dung getan. Die Jugendlichen brauchen auch weiterhin Unterstützung. Vor allem dann, wenn sie eine Stelle verloren haben und sich wieder neu orientieren müssen. Auch die Arbeitgebenden sind froh, wenn ihnen jemand bei Mitarbeitenden mit psychischen Belastungen zur Seite steht. Die IV-Reform geht hier jetzt in die rich­ tige Richtung, indem sie eine flexiblere Unterstützung ermöglichen soll. Gelingt der Übergang vor allem jenen jungen Leuten, die bereits in ihren Kinder- und Jugendjahren weniger Risikofaktoren aufwiesen? Ja, das kann man schon so sagen. Die Integration gelingt zum Beispiel jenen besser, die nur in einem Heim waren und nicht mehrere Abbrüche und Neueintritte erlebt haben. Erfolgreicher sind auch jene, die eine eher geringe psychische Belastung aufweisen oder bei denen die Kooperation mit den Eltern besser war. Sinn der Stu­ die ist es ja gerade auch, sowohl die Risi­ ko- als auch die Resilienzfaktoren zu identifizieren. Im Rahmen von E-Lear­ ning-Programmen möchten wir die Fach­ kräfte für solche Faktoren sensibilisieren und sie damit in ihrer täglichen sozial­ pädagogischen Arbeit unterstützen. Welches sind zentrale Risiko- und Resilienzfaktoren? Zu den Risikofaktoren gehören neben den psychischen Belastungen und belastenden Beziehungen zur Familie auch Suchter­ krankungen oder traumatische Erfahrun­ gen. Wichtige Schutzfaktoren sind eine kontinuierliche Hilfeplanung, auch posi­ tive Erfahrungen mit dem Helfersystem sowie gute familiäre Erfahrungen und eine Unterstützung des Herkunftssystems für die Hilfen. Was trägt wesentlich dazu bei, dass sich jungeErwachsene trotz grosser Belastungen in ihrer Kindheit später gut integrieren können? Ich glaube, dass es jenen am besten geht, die ein realistisches Bild von ihrer Fami­ lie und ihrem Unterstützungsbedarf ent­ wickeln können. Dazu gehört, dass sie erkennen, wo sie unterstützt worden sind und wo weniger. Dass sie aber auch sehen, weshalb es zu Belastungen innerhalb der Familie gekommen ist, und dass sie wissen, wie sie ihre Bedürfnisse auf einem ande­ ren Weg befriedigen können. Welchen Anteil haben Heime an einem späteren guten Verlauf? Es ist sehr schwierig, direkte Kausalitä­ ten herzustellen. Man kann aber schon feststellen: Die befragten Jugendlichen haben alle diese intensive Form der Hilfe erhalten. Und wir konnten schon bei unserer ersten Untersuchung vor zehn Jahren positive Effekte der Heimerzie­ hung zeigen. Viele haben in der Heimer­ ziehung wichtige Entwicklungsaufga­ ben wie Schul- und Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen und oft auch wichtige Beziehungserfahrungen gesam­ melt. Eine Gruppe von Jugendlichen, die beruflich sehr erfolgreich ist, hat sich in einer sozialpädagogischen Einrichtung «Die guten Ergebnisse zeigen das hohe Niveau der Heimerziehung in der Schweiz.» Marc Schmid

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